Aktuelles

Newsletter

Erhalten Sie alle Infos zum Lean-Dialog und die neuesten Fachbeiträge direkt per Mail

Hella: Versorgungsketten erfolgreich umstrukturiert

cleaning-1837331_640

Interview mit Ludger Meerbecker, Director Logistics bei Hella kGaA Hueck & Co.

Im Interview erklärt Ludger Meerbecker, wie Hella mithilfe von EMPORIAS seine Supply Chain erfolgreich umstrukturieren konnte. Die Umstellung der Versorgungsketten zu koordinieren, war bei laufendem Betrieb über mehrere Kontinente eine besondere Herausforderung: "Hierzu wurden die Supply Chain-Experten der EMPORIAS mit ausgesuchten und ebenfalls erfahrenen Mitarbeitern von uns zusammengeführt, um aus einem gemeinsamen Supply Chain-Team heraus die erforderlichen Schritte mit unserer Lieferantenbasis zu gehen und die erforderlichen Umstellungen durchzuführen", so Meerbecker im Gespräch.

 

Herr Meerbecker, was war die Ausgangssituation bei Hella für das Projekt der Lieferantenintegration?

Hella wie auch viele andere internationale Automobilzulieferunternehmen richten – nicht zuletzt auch forciert durch die Erfahrungen der weltweiten Finanzkrise 2009 – ihre Versorgungsketten bereits seit Jahren stärker auf die Anforderungsprofile der Kundenmärkte sowie deren Produktionsphilosophien aus. Dazu gehören für uns in erster Linie die Stabilisierung des Materialflusses, eine flexiblere und effizientere Materialsteuerung sowie die Vermeidung von übermäßiger Lagerhaltung in der gesamten Kette. Aufgrund der globalen Verteilung unserer Standorte und der ebenfalls international aufgestellten Lieferantenbasis ist eine konsequente Bearbeitung unserer Zulaufstrukturen in dieser Hinsicht natürlich schon ein größeres Vorhaben.

Worin lagen die größten Herausforderungen in diesem Projekt?

Eine erfolgreiche Anpassung der Versorgungsketten hängt wesentlich von der richtigen Zuweisung der Versorgungsmethoden, von dem zur Verfügung stehenden Prozess- und Systemrahmen, sowie von der generellen Herausforderung bei der partnerschaftlichen Implementierung mit unseren Lieferanten ab. Im Wissen um die Wichtigkeit dieser Teilaufgaben haben wir uns detailliert auf diese vorbereitet und weltweit neue Unternehmensstandards sowohl in der Logistik als auch im IT-Umfeld gesetzt.

Die größte Herausforderung, also jener Aufgabenteil, ohne welchen kein Veränderungsprozess initiiert werden kann, ist der eben letztgenannte: die Diskussion, Verhandlung mit unserer strategischen Lieferantenbasis.

Ausschließlich neu anlaufende Lieferanten auf die Erfordernisse unserer Kundenmärkte einzustellen, hätte aufgrund unserer mehrheitlich langjährigen Geschäftspartnerschaften nur eine geringe Wirkungskraft besessen. Daher haben wir uns im Projekt insbesondere auf aktive Artikel-Portfolios konzentriert.

Da Veränderungen von bestehenden und laufenden Prozessen immer gewisse Risiken mit sich bringen, sind wir das Thema mit viel Fingerspitzengefühl angegangen und haben uns für dieses Projekt mit EMPORIAS Management Consulting einen Experten mit einem breiten Erfahrungsschatz an unsere Seite geholt. Zusammen haben wir in der Folge ein gemeinsames Team aufgebaut, dem wir das Mandat zur Durchführung der globalen Lieferantenintegration erteilt haben.

Wie sah dieser Lösungsansatz aus und wie war die Vorgehensweise?

Es mussten ja eine Vielzahl von Workshops und Lieferanten-Verhandlungen auf gleich mehreren Kontinenten geführt werden. Hierzu wurden die Experten der EMPORIAS mit ausgesuchten und ebenfalls erfahrenen Mitarbeitern von uns zusammengeführt, um aus einem gemeinsamen, zentralen Team heraus die erforderlichen Schritte mit unserer Lieferantenbasis zu gehen und die erforderlichen Umstellungen durchzuführen. Hierfür wurden die Teamstrukturen auf beiden Seiten derart gewählt, dass ein abteilungs-übergreifendes Arbeiten, welches zwingend für eine solche Restrukturierung ist, ermöglicht wurde. Aufgrund der Kürze der ersten Projektwelle, nämlich 5 Monate, wurde der Selektionsfokus zunächst stark auf die Lieferantenintegration in den europäischen Standorten gerichtet. In den folgenden Wellen haben wir uns dann stärker auf Asien und die NAFTA Region konzentriert.

Welche Ergebnisse wurden in diesem Projekt erzielt?

Die von uns gewählte Vorgehensweise war sehr erfolgreich, sodass die große Mehrheit der Integrationsprozesse genau wie geplant und partnerschaftlich mit unserer Lieferantenbasis umgesetzt werden konnte. Dies ist nicht zuletzt auf die hohe Expertise und nachhaltige Arbeitsweise des Projektteams zurückzuführen, welches detaillierte Kenntnisse in den Bereichen Einkauf, Logistik, Produktion, IT, Vertrags- und Steuerrecht beweisen und einsetzen musste.

Der Integrationsgrad unserer Lieferantenbasis hat nun, auch global gesehen, ein sehr hohes Niveau erreicht.

Wie beurteilen Sie das Projekt im Nachgang?

Aufgrund der hohen Erfolgsquote in den Integrationsprozessen, den Feedbacks aus unserer Lieferantenbasis sowie der Nachhaltigkeit des gesamten Ansatzes, blicken wir mit sehr hoher Zufriedenheit auf die gemeinsame Projektzeit zurück. Die Methodiken der EMPORIAS sowie ihre innovativen Verhandlungsansätze werden von uns, in unseren Abteilungen, seither weitergeführt. Wir haben durch das gemeinsame Projekt einen großen, wichtigen Schritt gemacht und sehen uns auch weiterhin auf einem kontinuierlichen Weg zu mehr Lieferantenintegration. Uns hat die Umsetzungsstärke der EMPORIAS und ihre aktive Teilnahme am Umsetzungsprozess sehr gefallen. Wir hatten mit der EMPORIAS zu jeder Zeit einen zuverlässigen und erfahrenen Partner an unserer Seite und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.

 

 

Bildnachweis: Firmenlogo: Hella; Titelbild: pixabay.com/DariuszSankowski

Informationen zum Unternehmen:

  • Global aufgestellter Automobilzulieferer
  • Liefert Produkte für Lichttechnik und Elektronik
  • Verfügt über eine der größten Handelsorganisationen für Kfz-Teile, Zubehör und Diagnose in Europa
  • 34.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Mehr als 125 Standorte in rund 35 Ländern
  • 6,4 Mrd. EUR Umsatz im Geschäftsjahr 2015/2016