(by Nick Fewings/unsplash)
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5 Erfolgsfaktoren der strategischen Netzwerkplanung

Das Transportnetzwerk eines Unternehmens kann mit dem menschlichen Blutkreislauf verglichen werden. Es existieren Verbindungen, auf denen sehr hochfrequent viel Volumen bewegt wird (Hauptschlagader), sowie Verbindungen, die sich durch eine niedrige Transportfrequenz und geringe Umfänge auszeichnen (Nebengefäße). Genau wie der menschliche Blutkreislauf sollte das Transportnetzwerk in seiner Gesamtheit stets reibungslos und effizient funktionieren.

Die strategische Netzwerkplanung dient dazu, die richtigen Rahmenparameter zu setzen und fungiert so als ‚Enabler‘ der erfolgreichen Steuerung auf operativer Ebene. Wurden auf strategischer Ebene nicht die richtigen Rahmenparameter gesetzt, ist es auf der operativen Ebene häufig nicht möglich, die Versorgung der eigenen Produktion bzw. der Kunden zuverlässig sicherzustellen. Worauf kommt es bei einer erfolgreichen, strategischen Netzwerkplanung also an?

  1. Auf Gesamtkosten fokussieren
    Die strategische Netzwerkplanung sollte alle relevanten Kostentreiber sowie deren gegenseitige Abhängigkeiten miteinbeziehen. Faustregeln, wie „Transporte müssen immer maximal ausgelastet“ oder „Bestände müssen generell vermieden werden“ führen meist nicht zu optimalen Netzwerkentscheidungen.

    Relevante Kostentreiber für die Netzwerkplanung sind unter anderem Transport-, Handling-, Lager- und Kapitalbindungskosten. Diese müssen auf Lieferanten-, Teilefamilien- bzw. Sachnummernebene in Verbindung gebracht werden. Es ist essenziell, dass Abhängigkeiten und Wechselwirkungen im Netzwerk bei der end-to-end Optimierung richtig nachgebildet werden. Nur dann können die Kostentreiber in Balance gebracht und ein globales Optimum erzielt werden.

  1. Mit Data Analytics und Business Intelligence (BI) zum richtigen Netzwerk-Setup
    In vielen Unternehmen erfolgt die Netzwerkplanung noch immer mithilfe von Excel. Großer Nachteil: Es können nur regionale Ausschnitte, zum Beispiel einzelne Länder oder Ländergruppen, isoliert optimiert werden. So lassen sich beispielsweise überregionale Effekte im internationalen Netzwerk nicht darstellen. Spezielle Programme zur Netzwerkplanung hingegen haben den Nachteil, dass der Nutzer oft nicht nachvollziehen kann, warum das Programm zu einer bestimmten Lösung kommt. Dadurch ist die Akzeptanz eher gering. Zudem verfügen diese Tools über einen starren Rahmen und sind nur schlecht auf individuelle Bedürfnisse anzupassen.

    Der Einsatz von BI Software hingegen schafft neue Möglichkeiten bei der strategischen Netzwerkplanung. Globale Netzwerke können durch den Einsatz von BI Software bis auf Sachnummernebene simuliert und optimiert werden. Durch Machine Learning kann die Qualität der Eingangsdaten aufwandsarm und zielgerichtet verbessert werden. Zudem ermöglicht die immense Rechenleistung es, alle Abhängigkeiten und Wechselwirkungen korrekt nachzubilden. Dadurch können viele unterschiedliche Szenarien und Varianten simuliert und miteinander verglichen werden. Zu Beginn sollte in jedem Fall der Ist-Zustand simuliert werden, um die Funktionsweise des BI Modells zu verproben und Akzeptanz in der Organisation zu schaffen.

  1. Umsetzbare Lösung wählen
    Bei der Ermittlung der kostenoptimalen Variante ist immer darauf zu achten, dass diese auch praktikabel ist. Eine rein mathematische Lösung, die nicht umgesetzt werden kann, ist nicht zielführend. Wird beispielsweise ein neuer optimaler Produktions- oder Lagerstandort gesucht, sollte dieser über eine möglichst gute Verkehrsanbindung verfügen und sich in einem Industriegebiet befinden. Werden optimale Anlieferfrequenzen berechnet, sollten diese in Folge in SAP oder einem anderen ERP System eingestellt werden können.

    Die Umsetzbarkeit der Lösung sollte bereits im Optimierungsmodell berücksichtigt werden. Das heißt, der Fokus liegt immer auf der Abbildung umsetzbarer Alternativen. Andernfalls muss im Nachhinein von der optimalen Lösung abgewichen werden und die Akzeptanz des Modells im Unternehmen sinkt.

  1. Robustheit der Lösung durch BI Modelle sicherstellen
    Die Robustheit des Netzwerkes spielt bei der strategischen Ausrichtung eine wesentliche Rolle. Gerade die Corona-Krise zeigt uns, wie stark sich externe Einflüsse auf globale Netzwerke und internationale Supply Chains auswirken. Die Dynamik steigt stetig und unsere Welt verändert sich rasant. Aus diesem Grund ist es essenziell, mithilfe von Sensitivitätsanalysen die Stabilität der verschiedenen Szenarien zu verproben.

    Hierbei bieten BI Modelle viele unterschiedliche Möglichkeiten. Neben der Untersuchung einer Veränderung des Lieferanten Footprints kann beispielsweise das Volumen im Netzwerk reduziert oder erhöht werden. Durch die Simulation unterschiedlicher externer Einflüsse sowie geänderter Rahmenbedingungen sichern BI Modelle zuverlässig die Robustheit der Lösung.

  1. CO2 Bilanz einbeziehen
    Neben der monetären Einsparung gewinnt die Verbesserung der CO2 Bilanz bei strategischen Netzwerkentscheidungen immer mehr an Bedeutung. Demzufolge darf bei der strategischen Netzwerkplanung die CO2 Bilanz nicht aus dem Auge gelassen werden.

    Häufig spielt bei Optimierungen im Transportnetzwerk die Erhöhung der Transportauslastung eine zentrale Rolle, da die Transportkosten den größten Kostentreiber im Netzwerk darstellen. Eine Steigerung der Transportauslastung führt aufgrund der reduzierten Anzahl an Transporten immer auch zu einer Verbesserung der CO2 Bilanz.

Fazit
Die strategische Netzwerkplanung ist ein komplexes Vorhaben in das verschiedene Aspekte einfließen sollten. Wer langfristig erfolgreich sein möchte, muss alle genannten Faktoren berücksichtigen und individuell kombinieren. Gerne unterstützen wir Sie bei der strategischen Netzwerkplanung – sprechen Sie uns einfach an!

 

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