Aktuelles

Nachrichten

Newsletter

Erhalten Sie alle Infos zum Lean-Dialog und die neuesten Fachbeiträge direkt per Mail

Transformation: Durch Lernbereitschaft erfolgreich bleiben

Modern Business

Veranstaltungsbericht zum Workshop "Lean Transformation" in Norderstedt

Das Format des Praxisworkshops mit der Vermittlung von Lean Finance Ansätzen, Umsetzungsbeispielen von Praktikern aus der Finanzdienstleistung und einer Werksführung in einem Industrieunternehmen namens "Lean Dialog", bot auch in Norderstedt bei der Firma Johnson&Johnson Medical allen Teilnehmern gute Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und praktischer Anschauung. Am 18.09.2015 drehte sich am Rande Hamburgs alles um die Transformation zur „lernenden Organisation“. 

Mitarbeiter mitnehmen und Instrumente aufbauen

Zu Beginn spannte Sascha Baustian, Associate Partner der EMPORIAS, in seinem Vortrag: „Lean Transformationspfad: Entwicklungsschritte zur Lernenden Organisation“ den theoretischen Rahmen für einen erfolgreichen Wandel eines Unternehmens und zeigte insbesondere die wesentlichen Elemente einer solchen Entwicklung auf.

Es komme darauf an, Mitarbeiter mitzunehmen und die entsprechenden Strukturen und Instrumente aufzubauen. Dabei wurde deutlich, dass eine Transformation ein Weg von mehreren Jahren bedeutet. Diese Tatsache wurde im ersten Praxisvortrag zum Thema: „Transfer industrieller Ansätze in die Kreditbearbeitung bei der MünchenerHyp eG“ von Herrn Florian Lang, Abteilungsleiter Prozessmanagement Immobilienfinanzierung Privatkunden, bekräftigt. Die Erfolgsfaktoren zur Beherrschung der Komplexität und für einen Wandel hin zur kundenorientierten Industrialisierung von Kreditprozessen waren im gezeigten Praxisbeispiel neben der Etablierung eines transparenten Kennzahlensystems, die permanente Sensibilisierung aller Mitarbeiter zur Veränderungsnotwendigkeit. Ohne die aus dem Transfer resultierenden Effekte hätten hinzukommende Aufgaben und Projekte (z.B. regulatorische Anforderungen) nicht ohne permanenten Personalaufbau bewältigt werden können. 

Lean Management in der Industrie

Im folgenden Beitrag von Herrn Dr. Sven Braun, Leiter der Nadelfertigung der Johnson&Johnson Medical GmbH, wurde die Verbindung zum Lean Management in der Industrie gezogen. Anhand seines Vortrags: „13 Jahre Lean Management – Wie wichtig ist die Einbindung der Mitarbeiter und die Transparenz über Kennzahlen?“ bekamen die Teilnehmer einen sehr guten Eindruck, auf welche Faktoren im Transformationsprozess besonders geachtet werden müsse. Den Mitarbeitern dürfe nicht nur die „Spitze des Eisbergs“ gezeigt werden, sondern es müssen alle Informationen transparent kommuniziert werden. Nur dann könne eine vollkommene Akzeptanz und dezentrale Verantwortung geschaffen werden. Des Weiteren zeigte Dr. Braun auf, wie die transparente Darstellung von Kennzahlen bei Johnson&Johnson im Alltag als zentraler Baustein genutzt wird.

Bei der anschließenden Werksbesichtigung in der Nadelrohfertigung sowie in der Endproduktion von chirurgischem Nahtmaterial konnten sich die Teilnehmer ein Bild von den Herstellungsprozessen und Herausforderungen von Johnson&Johnson Medical in einem anspruchsvollen Markt machen. Die Teilnehmer zeigten sich insbesondere von den durch die stark ausgeprägte Regulatorik getriebenen Qualitätsansprüchen beeindruckt. Deutlich war zu sehen, wie der jahrelange intensive Einsatz von Mitarbeitereinbeziehung, Kennzahlen- und Lean-Tool Nutzung Früchte getragen hat. Fast greifbar war zu spüren, wie die Lean Denkweise in „Fleisch und Blut“ übergegangen ist und was ein lernendes Unternehmen auszeichnet. 

Umsetzung von Prozessstandards

Im letzten Praxisvortrag „Arbeitsteilung und Standardisierung im Bankenumfeld“ zeigte Herr Helmut Schulte, Abteilungsleiter Produktmanagement und Kundenprojekte bei der NRS Norddeutsche Retail-Service GmbH, wie industrielle Lean-Konzepte zur Standardisierung von Prozessen im Bankenumfeld genutzt werden können. Insbesondere regulatorische Anforderungen und Digitalisierungstrends sind laut Schulte ein „idealer Nährboden“ zur Umsetzung von Prozessstandards, welche die Grundvoraussetzung zur Arbeitsteilung sind. Arbeitsteilung ermöglicht die Konzentration auf Kernkompetenzen und die Einführung modularer Produktlösungen, mit einem großen Einfluss auf Kostensenkung und Qualitätsstabilisierung.

Im letzten Agendapunkt stellte EMPORIAS das Konzept für den geplanten „Institutsgruppenübergreifenden Arbeitskreis für eine lernende Organisation“ vor. Dabei soll unter Teilnahme von 6-8 unterschiedlichen Banken und Finanzdienstleistern ein gemeinsamer Austausch (inkl. Werksbesuchen und Praxisreferenten) über eigene und fremde Aktivitäten zum Thema Lean Transformation stattfinden. Darüber hinaus soll über den Aufbau eines Pilotprojektes in jedem teilnehmenden Haus eine Lernreise gestartet und das Thema je Haus initiiert werden. Der Start ist für das kommende Frühjahr geplant.

Zum Ende wurde nochmals betont, wie wichtig es ist, dieses Thema in die Unternehmen zu bringen, unabhängig vom jeweiligen „Reifegrad“ des Hauses. Der rege Austausch der Teilnehmer untereinander bestätigte nochmals die Wichtigkeit und Aktualität des Themas in der Branche, zeigte aber auch die weiterhin bestehenden Schwierigkeiten in der praktischen Umsetzung über die theoretischen Lehrbücher hinaus.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Teilnehmern und Referenten. Der nachfolgende „Lean Dialog“ findet am 22. April 2016 in der BMW Welt in München statt.