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Merkur Bank: Bauträgerfinanzierungsgeschäft analysiert

Bauträger Symbolbild

Interview mit Dr. Markus Lingel, Vorstand Merkur Bank

Dr. Markus Lingel spricht über die erfolgreiche Etablierung von Best Practices in der Sparte. Zusammen mit EMPORIAS konnte die Merkur Bank das gesamte Bauträgerfinanzierungsgeschäft vom Erstkunden bis zum Vertragsabschluss analysieren und verschiedene Handlungsfelder identifizieren. Dazu gehörte auch die Harmonisierung der Arbeitsbereiche Markt und Marktfolge.

Herr Dr. Lingel, welche Gründe haben Sie dazu bewogen ein Projekt zur Effizienz- und Qualitätssteigerung im Bauträgerfinanzierungsgeschäft durchzuführen und welche Zielsetzung haben Sie verfolgt?

Das Bauträgerfinanzierungsgeschäft ist für uns sehr wichtig und in den letzten Jahren stetig gewachsen. Dem Kunden die bestmögliche Finanzierungsstruktur schnellstmöglich zur Verfügung zu stellen, stellt dabei eine wettbewerbsentscheidende Herausforderung dar. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, ein Projekt zur Erfassung der Prozesse, Bearbeitungsweisen und verwendeten Arbeitsmittel zu starten. Ziel des Projektes war die Qualität in den Prozessen zu verbessern und eine standardisierte Best- Practice Vorgehensweise zu etablieren, denn für uns ist Geschwindigkeit und Qualität ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Welche Vorgehensweise haben Sie im Projekt gewählt und hat sich diese Vorgehensweise bewährt?

Es war uns wichtig, das gesamte Bauträgerfinanzierungsgeschäft „end-to-end“, vom Erstkontakt des Kunden bis zum Vertragsabschluss des Kunden, zu betrachten. Um mit allen Beteiligten gemeinsam darüber zu sprechen, benötigten wir eine objektive Datengrundlage. Diese Transparenz wurde zunächst durch eine sog. Funktions- und Leistungsanalyse geschaffen. Wir konnten dadurch alle Schwachstellen und Verbesserungspotenziale aufzeigen und gemeinsam in Workshops, mit den Mitarbeitern von Markt und Marktfolge, fünf Handlungsfelder identifizieren. Die einzelnen Handlungsfelder wurden anschließend in kleinen Arbeitsgruppen im Team bearbeitet, damit alle Mitarbeiter das gleiche Verständnis haben. Die Vorgehensweise hat sich für uns bewährt, da durch die aktive Beteiligung der Mitarbeiter die Akzeptanz für die Veränderungen in der Organisation geschaffen wurde und sich jeder mit den neuen Prozessen identifizieren konnte.

Was waren die größten inhaltlichen Herausforderungen?

Zum einen war das Schaffen eines gemeinsamen Verständnisses zwischen Markt und Marktfolge ein großer Schritt: Die Marktfolge hat immer gerne alle Unterlagen in jeder inhaltlichen Tiefe, der Markt kann das aber vom Kunden in der Kürze der Zeit gar nicht bekommen, da der Kunde teilweise diese Details zu Beginn des Prozesses selber nicht hat. Dieses Verständnis für einen interaktiven Prozess, bei dem der Kunde im Mittelpunkt steht, haben wir geschaffen. Zum anderen ist es uns gelungen, in der Marktfolge ein standardisiertes und einheitliches Protokoll zu erarbeiten. Das bringt Geschwindigkeit in der Erstellung und hilft uns allen in einer qualitativ hochwertigen Beurteilung.

Welche Ergebnisse haben Sie im Rahmen des Projekts erzielt?

Da wir stark wachsen und Spezialisten nicht beliebig rekrutiert werden können, ist eine klare Aufgabenteilung zwischen Markt und Marktfolge sowie Assistenz und Spezialist unbedingt erforderlich. Aufgaben, die kein Know-how eines Spezialisten benötigen werden durch ein Assistenz-Team bearbeitet. Dadurch können sich die Spezialisten auf ihre Kerntätigkeiten fokussieren, welches zu geringeren Durchlaufzeiten in der Produktion führt. Neben dieser organisatorischen Umstellung haben wir es ebenfalls geschafft, standardisierte Arbeitsmittel einzuführen, die von jedem Mitarbeiter genutzt werden. Dadurch haben wir weniger Rückfragen in der Organisation und können die Anträge effizienter bearbeiten.

Wie beurteilen Sie das Projekt im Nachgang?

Das Projekt war für uns ein großer Erfolg. Wir haben in überschaubarer Zeit die Qualität der Prozesse verbessert. Ebenfalls haben wir zwischen Markt und Marktfolge eine gemeinsame Sicht auf die Arbeitsweise und die Arbeitsergebnisse erzeugt. Diese Verbesserungen haben sich positiv auf unsere Effizienz und auf das Klima der Mitarbeiter ausgewirkt, sodass wir das Ziel, die Durchlaufzeiten zu verringern, um den Kunden schnellstmöglich das optimale Angebot zur Verfügung zu stellen, erreicht haben.

 

Bildnachweis: pixabay.com/MichaelGaida

Informationen zum Unternehmen:

  • Privatbank mit Sitz in München
  • Ein Schwerpunkt ist die Finanzierung von Wohnbauprojekten von Bauträgern an den Standorten München und Stuttgart
  • 1,032 Mrd. Euro Bilanzsumme
  • 199 Mitarbeiter
  • 9 Filialen
  • 1959 gegründet
  • www.merkur-bank.de