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Value Stream Mapping – ein Instrument der Prozessoptimierung

Wer Prozesse optimieren möchten, muss zuallererst eine entsprechende Transparenz schaffen. Denn wer nicht weiß was genau er verbessern möchte, kann kein gutes Endergebnis erzielen. Diese Transparenz zu schaffen, ist jedoch oft mit einem großen Aufwand verbunden.

Das Value Stream Mapping kann beispielsweise dabei helfen. Ursprünglich hauptsächlich in der industriellen Produktion angewendet, wird die Methode aus dem Lean Management mittlerweile in unterschiedlichen Anwendungsbereichen und Branchen eingesetzt. Doch was ist Value Stream Mapping und wie kann es zur Prozessoptimierung beitragen?

Was ist das Ziel von Value Stream Mapping?
Das Ziel des Value Stream Mapping ist eine End-to-End Prozessdarstellung inklusive Materialflüssen, Informationsflüssen und Bearbeitungsschritten aller Beteiligten. Dadurch kann die Wertschöpfung (Value) im Prozess identifiziert und Schwachstellen aufgedeckt werden. Dies kann später für eine einheitliche Optimierung des Gesamtprozesses verwendet werden. Das Value Stream Mapping entfaltet seinen größten Mehrwert bei komplexen, vielschichtigen Prozessen mit vielen Beteiligten.

Die Basis schaffen: IST-Zustand und Kennzahlen erheben

Neben der industriellen Produktion kann das Value Stream Mapping in allen Bereichen angewendet werden, wo Prozess optimiert werden sollen. Um den IST-Prozess zu erheben, werden Prozessschritte, Bearbeitungsmengen, Bearbeitungszeiten, Wartezeiten, Bearbeitungskapazitäten, Fehlerquoten oder Informationsflüsse benötigt. Diese Parameter lassen sich aus Systemdaten, Gesprächen oder durch weitere Methoden, wie z. B. Data-Mining, generieren. Sind für einen Prozess alle Parameter vorhanden, kann dann das IST-Bild aufgebaut werden.

Durch die vorhandenen Daten kann über das Value Stream Mapping eine Vielzahl von Kennzahlen erhoben werden. Dazu gehören die Bearbeitungszeit, die Durchlaufszeit (Bearbeitungszeit + Wartezeit), Aktivitäts-Quotient (Bearbeitungszeit/Durchlaufzeit), Arbeitsaufwand, Kapazitätsbindung oder Qualitätskennzahlen. 

Welche Optimierungsmaßnahmen lassen sich ableiten?

Mithilfe von Value Stream Mapping können Unternehmen verschiedene Optimierungsmaßnahmen ableiten:

  • Reduzierung der sich im Prozess befindenden Vorgänge
  • Verkürzung der gesamten Durchlaufzeit
  • Reduzierung der Kapazitätsbindung
  • Erhöhung der Qualitätsquote
  • Reduzierung der Schnittstellen oder Bearbeitungsschritte

Insgesamt ist das Value Stream Mapping als Grundlage der Prozessoptimierung sehr hilfreich. Wichtig ist hierbei, dass diese Lean Management Methode auf geeignete Prozesse angewendet und bei der Datenerhebung alle wichtigen Ebenen berücksichtigt werden. Doch eines sollte klar sein: Value Stream Mapping ist kein Selbstzweck, sondern kann immer nur der Anstoß für eine spätere Prozessoptimierung sein. 

 

Sie wollen mehr zu Value Stream Mapping erfahren? Im nächsten Blogbeitrag stellen wir Ihnen die wichtigsten Erfolgsfaktoren bei der Verwendung von Value Stream Mapping vor. Zudem können Sie sich in unserem aktuellen Whitepaper „In 5 Schritten zum Lean Management“ informieren.

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